Zeitungsartikel der Hünfelder Zeitung


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.abel-home.de ]

Abgeschickt von Oliver Abel am 21 Maerz, 2001 um 14:39:54

Antwort auf: Informationsveranstaltung der Gas-Union am 19.3.2001 von Oliver Abel am 21 Maerz, 2001 um 14:35:16:

Nachfolgender Artikel erschien von Anja Daume in der Hünfelder Zeitung.

Hallo Herr Abel,
anbei der Text...
Grüße,
Anja Daume
Hünfelder Zeitung 21.3.2001




Bürgerversammlung in Wölf: Informationspolitik der Gas-Union kritisiert

„Auf dem Pulverfass“

Eiterfeld-Wölf (ad)
„Auf gute Nachbarschaft“, so überschrieb die Gas-Union ihr Informationsblatt
zum Bau des Erdgas-Untertagespeichers bei Wölf vor einigen Jahren. Doch zu
guter Nachbarschaft gehört auch der Austausch von Neuigkeiten,
Verlässlichkeit und Offenheit. Ansonsten können schnell Missverständnisse
und Gerüchte aufkommen.
Eine Informationsveranstaltung, zu der der Ortsbeirat Wölf/Mengers und die
Gas-Union GmbH in die Gaststätte Hilpert geladen hatten, sollte die
nachbarschaftlichen Bande festigen und aufgekommene Misstöne beseitigen.
Anlass zu Unmut hatte der „dünne Informationsfluss“, so Ortsbeirtatsmitglied
Oliver Abel einleitend, im Zusammenhang mit dem neuen Kavernenspeicher 3
geliefert. Hier war zum Erstaunen der Fachwelt Ende November Gas von Kaverne
2 eingeströmt. Ende Dezember kursierten die ersten Gerüchte im Ortsteil der
Marktgemeinde Eiterfeld über austretendes Gas. Anfang Januar informierte die
Gas-Union mit einem Artikel im Amtsblatt über den Vorfall. Definitiv zu
spät, wie viele der Anwesenden meinten.
Dr. Klaus Zwintzscher, Verkaufsleiter der Gas-Union Frankfurt, kam nach der
Begrüßung auch gleich auf „die kleinen Sorgen“, wie er es nannte, zu
sprechen. Wie die nun konkret aussahen, beschrieb sein Kollege Heino Alpers
ausführlich. Bisher seien 85 Millionen Kubikmeter Gas in den Kavernen
eingelagert, 12 Millionen wurden wieder an das Netz ausgespeist. Ende
Oktober wurde mit dem Abteufen für Kaverne drei begonnen und Ende November
dann die Endtiefe von 1111 Metern erreicht. Doch dann seien plötzlich
Gasbläschen aus der Tiefe aufgestiegen. Ein Detektor stellte Erdgas fest.
Sofort seien die Bergaufsicht sowie Kali und Salz informiert worden. Ebenso
Mitte Dezember die Gemeindeverwaltung Eiterfeld. „Eine Gefährdung der
Bevölkerung hat zu keinem Zeitpunkt bestanden“, betonte Alpers dabei
mehrmals. Dazu sei auch die Menge von rund einem Kubikzentimeter Gas pro
Sekunde zu gering.
Durch einen Isotopentest wurde – wiederum überraschend für alle Beteiligten
– klar: „Das ist unser Gas, das da aufsteigt.“ Schnell war Speicher 2 als
Übeltäter ermittelt. Von hier gelange das austretende Gas über einen
geologischen Weg von mindestens 285 Metern zu Kaverne 3, wo die
Zutrittsstelle in 927 Metern Tiefe liege, so Werner Tölcke vom Ingenieurbüro
WTE. „Ende dieser Woche beginnen die geoströmungstechnischen Tests zur
Feststellung möglicher Fließwege in der Umgebung von K3.“ In zwei bis drei
Monaten wisse man genauer, wie sich das Gas verteile. Dann werde auch das
weitere Vorgehen mit Kali und Salz besprochen.
Werner Tölcke fasste die grundsätzlichen Befürchtungen zusammen: Erdgas
gelange an die Oberfläche und der Kali-Abbau werde gefährdet. Beides schloss
er nach bestem Wissen und Gewissen aus. Die besorgte Frage eines Anwohners,
ob eine vergleichbare Problematik bekannt sei, musste Tölcke verneinen.
„Wegsamkeiten in dieser Form bei einem Kali-Flöz kenne ich bisher nicht.“
Wolfgang Beer als leitender Geologe der Kali und Salz berichtete, dass der
Abbau in dieser Gegend fortgesetzt worden sei. Um ein Anschneiden einer
Gas-Wegsamkeit zu vermeiden, würden umfangreiche Messungen die Grabungen
begleiten.
Die Zukunft des „erfolgreichen Speicherprojekts“, so Zwintzscher, ist noch
unklar: Für Speicher 4 und 5 lägen bisher keine Pläne vor. „Wir haben mit K3
genug Sorgen.“ Zudem würde ein weiterer Ausbau vom Gasmarkt abhängen. Und
Tölcke ergänzte: „Mit fünf Kavernen ist das Areal und auch das
Hohlraumvolumen von zwei Million Kubikmetern erschöpft.“
In der anschließenden Diskussion und im kleinen Kreis untereinander machten
viele der Anwesenden in der vollbesetzten Gaststätte ihrem Ärger Luft: „Wir
sitzen hier auf einem Pulverfass.“ „Die haben uns über den Tisch gezogen.“
„Anfangs wurden Arbeitsplätze versprochen und geblieben ist ein von Kassel
ferngesteuertes Werk.“ Das waren nur einige der Aussagen.
Doch auch versöhnlichere Töne gegenüber dem „Nachbarn“ Gas-Union wurden
angeschlagen. Schließlich konnten letztes Jahr 8000 Mark für den Wölfer
Spielplatz entgegengenommen werden. Auch die Zusagen von Alpers bezüglich
der baldigen Fortsetzung der Pflanzungen wurde wohlwollend aufgenommen.
Weiter sei die Beleuchtung der Anlage erfreulicherweise reduziert worden,
bedankte sich Oliver Abel.
Mit dem Versprechen, in wenigen Monaten gerne wieder Rede und Antwort zu
stehen verabschiedete sich der Verkaufsleiter der Gas-Union.




Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.abel-home.de ]