Staubecken: „Oben fehlt’s, unten läuft’s“


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Abgeschickt von Oliver Abel am 26 November, 2003 um 23:58:03

Antwort auf: Undichtes Auffangbecken der WinGas von Oliver Abel am 26 November, 2003 um 23:52:18:

Die Hersfelder Zeitung bezeichnet wenigstens den Betreiber richtig. Die Fuldaer Zeitung hatte die WinGas genannt...

Artikel aus der Hersfelder Zeitung vom 22.11.2003:

Staubecken: „Oben fehlt’s, unten läuft’s“
Spülwasser-Speicher bei Reckrod verliert Wasser – Bergaufsicht ordnete sofortige Entleerung an
Eiterfeld. Sollte er nach geben, dann wäre das nicht nur übel für die Gasstation der Mainova, sondern auch für Wölf, die Stetenmühle und das Dorf Reckrod: Er, das ist der Damm des Rückhaltebeckens auf dem Gelände der Sol-Station der Gasunion bei Reckrod.
Der künstliche Erdwall, der zurzeit mit rund 15.500 Kubikmetern Fuldawasser gefüllt ist, hat undichte Stellen. Die Arbeiter der Landschafts- und Gartenbaufirma von Iris Klapper, die derzeit den Bereich des Rückhaltebeckens bepflanzen, haben gestern entdeckt, dass sich ihre Bohrlöcher mit Wasser füllen.
Für Diethelm Hofmeister vom Ingenieurbüro WTE, das für die Gas-Union den Baubetrieb auf der Anlage kordiniert, ist das keine Überraschung. Das Rückhaltebecken hat bereits 60 Zentimeter seines Wasserstandes eingebüßt.
Deshalb war er sich am Freitagmittag schnell mit den Mitarbeitern der Bergaufsicht vom Staatlichen Umweltamt in Bad Hersfeld einig. Bergdi-
rektor Udo Selle und sein Mitarbeiter Volker Bannert ordneten an, dass das Staubecken entleert wird und erteilten die Erlaubnis, dass das Wasser so schnell als möglich dorthin zurückgepumpt wird, wo es hergekommen ist: nämlich in die Fulda.
Von einer Pumpstation am Wassermannseck bei Bad Hersfeld pumpt die Gasunion stündlich 30 Kubikmeter ab, um im Untergrund Kavernen auszusolen.
Das Wasser im Staubecken ist jedoch kein salzhaltiges Abfallprodukt des Kavernenspülens, sondern fällt bei der Reinigung der 16 Kilometer langen Zuleitung an. In regelmäßigen Abständen wird durch die Fulda-Wasser-Pipeline ein sogenannter Molch geschick t.
Dieser wandernde Rohrreinigungs-Roboter befreit die Leitung innen von abgesetztem Rost, Ton und Sand. Dieses schmutzige Spül-Wasser kommt nicht einfach in die Fulda, sondern wird bei Reckrod in einem eigens angelegten Absetzbecken vorgeklärt und nach und nach in den Bach Wölf entlassen.
Die Fachleute waren sich einig, dass die Gefahr für die Anlieger der Vorflut nicht akut ist, aber latent. Zur Gefahrenabwehr wird das Wasser seit Freitag zurück in die Fulda gepumpt. Diethelm Hofmeister bestellte dazu extra eine stärkere Pumpe, die 350 Kubikmeter pro Stunde leistet. Ein weiterer Teil des Wassers wird für den Solbetrieb mitverwendet, um das Becken möglichst schnell entleeren zu können. „Was weg ist, ist weg“, sagte Diethelm Hofmeister. Am Nachmittag
kamen Mitarbeiter des Büros Falkenhahn und des Fuldaer Baugrund-Labors, um darüber zu beraten, wie es mit dem Damm weitergehen soll.
Der Wall besteht überwiegend aus Ton, den die Baufirma Giebel an Ort und Stelle gefunden hatte. Zur Wasserseite schützt eine Steinschüttung vor Erosion. Eine leichte Sickerwasserlinie im Dammfuß hatten die Experten deswegen einkalkuliert. Der jetzige Austritt ist jedoch Besorgnis erregend.
Zur Gefahrenabwehr ging das Umweltamt auf Numero sicher. Das gilt auch für die Mitarbeiter der Mainova-Betriebsstelle, die direkt zu Füßen des Dammes liegt.
Die brachten am Freitag ihre Kraftfahrzeuge gleich in Sicherheit. Ihre Anlagen konnten sie nicht mitnehmen. So gingen die Mainova-Mitarbeiter mit einem flauen Gefühl in der Magengegend ins Wochenende. (kh)




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